Grundinformationen zu Iran

Teheran, Iran

Es gibt zahlreiche Internet-Seiten, die einführende Informationen zu Iran bieten, wobei bestimmte statistische Daten jedoch leicht voneinander abweichen. Informationen von staatlicher deutscher Seite finden bieten entsprechende Seiten des Auswärtigen Amtes an. Doch auch die Webseite Iran & Kultur der Kulturabteilung der Iranischen Botschaft in Berlin, die Iranseite der Vereinten Nationen sowie das statistische Zentrum Irans liefern umfassende Informationen. Dasselbe gilt für das Länderprofil der Library of Congress. Außerdem bietet die Bibliographia Iranica eine kaum zu überschauende Menge an Literatur zu Iran. Doch dank einer übersichtlichen Gliederung eignet sie sich gut für eine zielgerichtete Literatursuche.

Zu gründlicher Information über die iranischen Geschichte, Kultur und Gegenwart bietet sich die online verfügbare Encyclopaedia Iranica an. Ihre Artikel werden von ausgewiesenen Fachleuten verfasst.

Lage und Größe des Landes

Iran liegt zwischen dem Kaspischen Meer im Norden und dem Persischen Golf im Süden. Mit einer Fläche von 1.648.195 km² ist das Land etwa viereinhalb Mal so groß wie Deutschland. Im Westen grenzt es an den Irak mit einer 1.609 km langen gemeinsamen Grenze, im Nordwesten an die Türkei (511 km), Aserbaidschan (759 km) und Armenien (48 km), im Nordosten an Turkmenistan (1205 km), im Osten an Afghanistan (945 km) und Pakistan (978 km) sowie im Süden an den Persischen Golf und das Meer von Oman. Dort liegen einige Inseln, die ebenfalls zum iranischen Staatsgebiet gezählt werden: Qeschm, Kisch, Kharg, Farsi, Abu Musa sowie Groß- und Klein- Tonb.

Naturräumliche Gegebenheiten und Klima

Die geografische Lage Irans zwischen dem 25. und 40. Breitengrad sowie die Höhenunterschiede ergeben unterschiedliche Klimazonen. So kommt es vor, dass während derselben Jahreszeit in zwei voneinander entfernten Städten zeitgleich Temperaturunterschiede bis zu 30 % gemessen werden.

Der Großteil Irans besitzt kontinentales Klima. Da sich vom Norden bis zum Persischen Golf aber auch alpine, gemäßigte und subtropisch bestimmte Gebiete erstrecken, lässt sich Iran in vier verschiedene Klimazonen einteilen, die im Wesentlichen die Flora und Fauna des Landes bestimmen. Ihre Grenzen verlaufen vor allem entlang der beiden großen Gebirgszüge, dem Zagros von Nordwesten nach Südosten annähernd parallel zur irakischen Grenze, sowie dem Elburs (von Westen nach Osten, parallel zur Küste des Kaspischen Meeres).

Geschützt durch das Elbursgebirge, eine der schärfsten Klimagrenzen der Erde, verfügt das Südkaspische Küstentiefland über ein angenehm mildes und feucht-gemäßigtes Klima. Das Tiefland und die Nordabdachung des Elburs erhalten ganzjährig 800 bis 2.000 mm Niederschlag.

Und so herrscht dort warmes und feuchtes subtropisches Klima mit viel Sonne, und im Winter bleiben die Temperaturen oberhalb der Null-Grad-Grenze. Da die feuchte Meeresluft an den Gebirgsrändern hängenbleibt, sind Niederschlagsmengen bis zu 2.000 mm möglich. Die Berghänge waren bis in die jüngere Gegenwart von dichten Wäldern bewachsen, sind mittlerweile jedoch vor allem aufgrund illegaler Rodung stark abgeholzt.

Demgegenüber weisen die Hochlagen des Elburs- und Zagrosgebirges im Winter kalte und im Sommer warme und zum Tagesende abkühlende Luft auf. Auch die weiteren nördlichen und westlichen Randgebirge besitzen alpines Klima. Hier kommt es zu starken Niederschlägen im Winterhalbjahr (ca. 600 mm), die in höheren Lagen als Schnee fallen und zu einer mehrmonatigen Schneedecke führen können. Die strengen Winter sorgen dafür, dass die mittleren Januartemperaturen hier häufig unter dem Gefrierpunkt liegen. Die Sommer bleiben aufgrund der Höhenlage ebenfalls recht kühl.

Im zentraliranischen Hochland, das von den beiden Wüsten Dascht-e Kavir und Dascht-e Lut dominiert und im Westen und Norden durch hohe Gebirgszüge begrenzt wird, herrscht arides Klima mit heißen, trockenen Sommern bei mittleren Tagestemperaturen von 25 bis 30 °C und mit kalten, ebenfalls trockenen Wintern bei durchschnittlich 2 °C, so dass es durchaus auch zu Schneefällen kommt. Temperaturschwankungen bis zu 40 °C im Tages- und Jahresverlauf sind keine Seltenheit. Hier ist es mit Niederschlägen unter 100 mm pro Jahr wüstenhaft und fast immer wolkenlos. Die Städte am Rande der Wüsten sind im Sommer sehr warm, im Winter erträglich kalt mit insgesamt sehr vielen Sonnentagen und es kann zu ausgiebigen Regenfällen kommen. Dank dieser Höhenlage wird es beispielsweise in Teheran, das etwa 1.600 m über dem Meeresspiegel liegt, auch im Sommer selten unangenehm heiß, so dass die Jahresdurchschnittstemperatur bei 18 °C liegt.

Der Südwesten Irans liegt im Tigrisbecken. Aufgrund der Nähe zur irakischen Wüste sind hier im Sommer Temperaturen von bis zu 50 °C keine Seltenheit, während im Winter die Temperaturen fast immer über dem Gefrierpunkt bleiben. Ähnliches gilt für die Küste des Persischen Golfes, wo es aufgrund der sehr vielen Sonnentage durchgehend warm bleibt. In den Tiefländern am Persischen Golf sind die Sommer trocken, schwül und heiß bei Temperaturen bis zu 43° im Schatten und stets hoher Luftfeuchtigkeit, die Winter sind bei 20 bis 25 Grad im Gegensatz zum Hochland jedoch mild. So kommt die Stadt Bandar-e Abbas auf eine Jahresdurchschnittstemperatur von 29,6 °C.

Iran verfügt über große Mengen an Erdöl und Erdgas. Der genaue Umfang der Vorkommen kann allenfalls geschätzt, darf aber zu den größten der Welt gezählt werden. Darüber hinaus werden Eisenerz, Kohle, Magnesium, Gips, Kupfer und Blei abgebaut. Ein weiterer für den iranischen Staat ebenfalls bedeutsamer Rohstoff ist Uranerz, das in Iran in nicht geringen Mengen vorkommt und seit den 1990er Jahren gefördert wird.

Beste Reisezeit

Das Klima betreffend, ist das Reisen in der Zeit von März bis Mitte Mai sowie von September bis Anfang November am angenehmsten. Für die Golfregion gilt dies allerdings nur bedingt.

Zwischen 16. März und 06. April verteuern sich die Hotelpreise aufgrund der Neujahrsferien erheblich.

  

Iran Kurzinformationen

Staatssystem
Islamische Republik

Fläche
1.648.000 km2, davon 20,7 % Wüste, 54,9 % Weideland, 7,6 % Wald und nur 16,8 % potenzielles Ackerland

Bevölkerung
85 Millionen

Hauptstadt
Teheran

Sprachen
Die Amtssprache ist Persisch, die Zweitsprache Arabisch und Englisch die wichtigste westliche Fremdsprache. In den Nordwestprovinzen wird Aseri-Türkisch gesprochen und geschrieben.

Insgesamt gibt es 71 lokale Sprachen, von denen Persisch mit 58 % in der Bevölkerung am weitesten verbreitet ist. Deshalb ist ein Dolmetscher die wahrscheinlich sicherste Entscheidung, um sich ohne Missverständnisse zu verständigen, denn viele Bevölkerungsgruppen (ca. 50 % der Gesamtbevölkerung) sprechen neben Persisch auch ihre eigene Sprache, beispielsweise eine Turksprache, Kurdisch, Armenisch, Arabisch oder Belutschisch.

Uhrzeit
MEZ + 2,5 Stunden, im Frühjahr wird auf Sommerzeit umgestellt 

Städtische Bevölkerung
61 % wohnen in Städten: Teheran 12.500.000 Einwohner, Maschhad 1.900.000, Isfahan 1.300.000, Täbris 1.200.000, Schiras 1.100.000, Karadsch 1.000.000, Ahvas 850.000, Qom 800.000, Kermanshah 750.000, Orumieh 440.000, Zahedan 440.000, Rascht 420.000, Hamadan 430.000, Kerman 400.000, Arak 380.000, Ardebil 340.000, Yazd 370.000

Alle Angaben stützen sich auf Werte, die zwar schon länger zurückliegen, aber auf die Größe der Städte hinweisen.

Religionen
Die vorherrschende Religion ist der Islam. 99 % der Bevölkerung sind Muslime, davon 90 % Schiiten (vor allem Perser, Aserbaidschaner, Luren, z. T. Kurden, Araber) und 8 % Sunniten (z. T. Kurden, Turkmenen, Balutschen). Im Jahr 1501 bekannte sich das Herrscherhaus der Safawiden zur Zwölfer-Schia. Seither ist der schiitische Islam die Staatsreligion Irans.

Zu den religiösen Minderheiten zählen vor allem etwa 300.000 Christen, darunter mit anteilig 90 % die Armenier, aber auch die Aramäisch sprechenden Assyrer. Etwa 50.000 Anhänger des altpersischen Propheten Zarathustra leben vor allem in Teheran, Yazd und Isfahan. Ihre Grundwerte sind „Gut denken – gut reden – gut handeln“. Außerdem gibt es eine kleine Minderheit von etwa 30.000 Juden.

Ethnische Gruppierungen
Gesamtzahl der Bevölkerung: ca. 85 Millionen, davon 50 % Perser, 20 % Aserbaidschaner, 10 % Luren und Bachtiaren, 8 % Kurden, 2 % Araber, 2 % Turkmenen und ca. 8 % Belutschen

Pflanzenwelt
Iran beherbergt landesweit und auf den Inseln des Persischen Golfs ca. 25.000 Arten von Pflanzen, deren Vielfalt durch das gegebene Klima, Höhenlagen, verschiedenartige Küstenstreifen und Bodenstrukturen begründet ist.

Auch in den Wüsten und Hochlagen wachsen viele Pflanzenarten.

Tierwelt
Zusammen mit den Meerestieren leben 15.000 weitere Tierarten (einschließlich Insekten) innerhalb der iranischen Grenzen. Sehr viele Zugvögel landen für mehrere Wochen auf dem Festland und an den Küsten, bis sie weiterziehen. Am Kaspischen Meer lebt ständig eine Vielzahl von Vogelarten.

Jagdtiere sind unter anderem Wildschweine und der persische Steinbock. Der berühmte Persische Leopard steht hingegen unter Artenschutz

Speisen und Getränke
Die iranische Küche ist sehr delikat, schmackhaft und vielfältig. Nationalgerichte sind Tschelokabab und Ab-e-Guscht. Tschelokabab ist weichgeklopftes, auf Holzkohle gegrilltes Lamm- oder Hammelfleisch und wird auf dem Spieß gegrillt sowie mit naturweißem Duftreis serviert. Ab-e-Guscht ist weichgekochtes Lamm- oder Hammelfleisch mit Gemüse. Dazu wird traditionell Dugh getrunken, ein Mixgetränk aus Wasser und Joghurt, in der Türkei als „Ayran“ bekannt, das auch in Flaschen erhältlich ist. Vielerorts werden auch Kräuter, wie Minze, hinzugegeben.

Außerdem gibt es noch eine Vielzahl von verschiedenen Gerichten mit Reis. In Restaurants mit hauptsächlich iranischer Küche werden aber auch einige europäische Speisen angeboten. In Teheran befinden sich überdies Restaurants mit nur ausländischer Küche. Schnellgerichte, wie Sandwiches, Hamburger, Hähnchen, und Pizza, bekommt man landesweit. Getränke, Mineralwasser, alkoholfreies Bier, original Coca Cola und Fanta sind überall erhältlich. Einige dieser Getränke erhält man allerdings auch unter anderen Namen. Alkoholische Getränke sind gesetzlich verboten.

NOTRUFNUMMERN:
Polizei 110, Ambulanz 115, Feuerwehr 125 und Telefonauskunft 118

Stromversorgung
Die Stromversorgung ist im gesamten Land sehr gut. Wie in Europa beträgt die Spannung 220-230 Volt Wechselstrom. In der Regel finden Sie Steckdosen für schmale Stecker, wie in Deutschland. Sollten Sie für Ihren Laptop einen Schukostecker haben, dann empfiehlt sich die Mitnahme eines Adapters.